1 (edited by rpnfan 2022-09-19 21:49:54)

Topic: Lautloser Rechner (Silent PC) - Erfahrungen

Aus naheliegenden Gründen möchte ich einen absolut lautlosen Rechner haben. Es ist gar nicht so leicht da etwas zu finden, da aus verschiedenen Gründen ein Macbook Air M1 oder M2 nicht in Frage für mich kommt.

Ich hab' ewig gesucht, auch hier im Forum und "überall" in den weiten des Netzes und bin jetzt statt einem Laptop als Hauptrechner doch mal wieder bei einem "Desktop" gelandet. Da hier der eine oder andere vermutlich ähliches sucht hier kurz meine Erfahrungen.

Lüfterlose Desktops oder auch Notebooks sind doch sehr rar. Man bekommt bei silentmaxx.de ein paar Konfigurationen. Die scheinen auch nicht verkehrt zu sein. Da bekommt man auch leistungsstarke Rechner -- auch mit separaten Grafikkarten. Für mich hab' ich aber dann eine wohl noch bessere Lösung gefunden (siehe unten).

Eine weitere Alternative sind manche Intel NUC-Rechner. Die sind aber dann recht schwach, also auch keine echte Option.

Zum Glück bin ich dann noch über Cirrus 7 Rechner gestolpert. Da gibt es im Verhältnis relativ schicke Rechner, die man -- sofern Grafikleistung, d.h. kein separate Grafikkarte nötig ist, auch für lautlose Rechner fündig wird. Die Rechner kann man in verschiedenen Konfigurationen zusammenstellen, aber basieren alle auf einem Gehäuse. Ich hab' mir dort (cirrus7.com/produkte/cirrus7-nimbus/) jetzt einen Rechner, Nimbus Multimedia-Edition mit i3-12100 CPU und 16 GB RAM und einer Samsung 980 Pro Nvme (SSD) bestellt. Der Rechner ist noch im bezahlbaren Bereich aber trotzdem für Audio-Anwendungen und allgemeine Aufgaben ziemlich flott. Die superschnelle SSD trägt auch einen guten Teil zur hohen gefühlten Geschwindigkeit bei.

Das Rechner-Gehäuse ist quasi komplett ein Kühlkörper, so läuft mein Rechner nun meist mit etwa 35° Temperatur (CPU) und bei kurzzeitigen Lastspitzen geht die Temperatur auf 55° oder wenn man länger arbeitet auch mal auf 60° hoch. Also alles im total unkritischen Bereich.

Totalmix, Amp-Sims usw. laufen ohne jeglichen Probleme mit niedriger Latenz und ohne Aussetzer. :-)

"Lautstärke" gibt es nicht, da der Rechner ja komplett lüfterlos arbeitet! :-) Bin sehr zufrieden, von daher hier mein kurzer Erfahrungsbericht als möglichen Tipp.

Der Rechner ist zwar ein "Desktop", aber doch so klein, dass man den auch mal wohin mitnehmen kann. Dann eben noch eine (kleine) Tastatur und Maus dazu und einen Bildschirm (wenn man Platz sparen will einen kleinen USB-Bildschirm nehmen).

Für echte mobile Anwendungen hab' ich noch zusätzlich ein altes Dell Lattitude 7370 Notebook gekauft. Das ist zwar schon 6 Jahre alt, aber eines der wenigen ohne Lüfter. Es langt für normale Büro-Anwendungen, Youtube und Co. aus und leichte Audioaufgaben packt es auch noch. Mit S-Gear kann ich auch eine Ampsim laufen lassen oder über Reaper mal 'ne Aufnahme über das Babyface machen.

Neuere Laptops habe ich nicht gefunden, die ohne Lüfter sind. Vorteil war, dass das Dell mich nur 180 Euro gekostet hat. Der Cirrus 7 Rechner etwas über 1000 Euro. Für mich mit dem Babyface ein sehr gutes Set für meine Anforderungen. :-)

P.S.: Früher hatte ich mal einen Rechner (mit Lüfter, aber relativ leise) von ichbinleise.de Mit dem Rechner war ich nicht sooo glücklich, aber die Firma scheint es eh' nicht mehr zu geben!?!

2 (edited by ramses 2022-09-21 13:16:42)

Re: Lautloser Rechner (Silent PC) - Erfahrungen

Man kann durch eine geschickte Auswahl der Komponenten Geräusche gut in den Griff bekommen:
- vorgedämmtes Gehäuse – vermindert hochfrequente Geräusche, dafür treten dann Geräusche niedriger Frequenz stärker in den Vordergrund wie z. B. Laufgeräusche / Vibrationen von Festplatten
- Gehäuse mit großem Volumen, damit sich Hitze im Gehäuse nicht staut
- leise Lüfter, am besten Spannungsumschalter zwischen 5/9/12V am Gehäuse
- CPU Cooler mit Lüfter von Noiseblocker bestücken
- entsprechende Auswahl von SSD, etc. (interne HDs nur dann, wenn erforderlich, sonst USB3 Festplatte oder NAS)
- Gamer Grafikkarten: Zero Fan Feature (für Office / DAW Betrieb) und mit leisen Lüftern (MSI) oder einfachere GPU nur für Office / DAW
- Netzteil mit Hybrid Mode (Lüfter springt nur bei Höchstlast an): zB Produkte von Seasonic

So habe ich meinen Multi-Funktionsrechner 2014–2016 zusammengestellt und immer wieder optimiert.
Das ist immer noch ein performanter 6-Kerner.

https://www.tonstudio-forum.de/blog/Ent … mponenten/

https://www.tonstudio-forum.de/blog/Ent … -X10SRi-F/

https://www.tonstudio-forum.de/blog/Ent … arrow-ILM/

https://www.tonstudio-forum.de/blog/Ent … al-Design/

Wenn Du Dir jetzt einen Rechner kaufst, dann sollte er Win11 kompatibel sein.
Noch kann man zwar einige Dinge per Registry deaktivieren, aber wer weiß wie lange noch.
Ich würde den Rechner jedoch unter Windows10 noch so lange betreiben wie möglich.

Wenn es nicht unbedingt ein Laptop werden muss, dann würde ich immer einen Desktop vorziehen.
Nur da hat man im BIOS volle Kontrolle darüber, alle Stromsparfunktionen abzuschalten.
Dadurch bekommt man optimale / niedrigste DPC Latenzen im Rechner.
Viele Laptops haben recht hohe DPC Latenzen (verursacht durch suboptimale Treiber und dass man nicht alle Energiesparfunktionen abschalten kann).

Bei der CPU Auswahl würde ich eine CPU mit „stattlicher“ Anzahl von Kernen, dabei aber noch möglichst hoher Single Thread Performance wählen. Je mehr Kerne, desto mehr Wärmeentwicklung, desto geringer der Takt.
Max. Turbo Takt erreichst Du nur selten und wenn dann ohnehin nur mit 2 oder sagen wir mal wenigen Kernen.
Darum sollte man auch ein Auge auf den Basistakt einer CPU legen, viel höher als Basistakt bekommst Du meist eh nicht hin. Und dann muss auch die Single Thread Performance stimmen, gerade, wenn Du mit vielen VST/VSTi arbeitest. Oder wenn Du (dummerweise) viele Inserts in eine Spur knallst, weil dann die ganzen Audioberechnungen einer Spur hintereinanderweg „rechtzeitig“ fertig werden müssen, damit der Latenzausgleich für alle Spuren noch möglich ist.
Und das schaffst Du nur, wenn Du durchweg flinke Kerne hast, die auch schnell eine Workload abfrühstücken können.

Die Performance Anforderungen hängen aber in erster Linie davon ab, wie Deine Projekte gestaltet sind.
Reines Aufnehmen von Spuren mit Mics, selbst wenn es viele Spuren sind, kostet kaum Performance und kann auch mit höchsten Einstellungen für die ASIO Buffer-Size erfolgen, um die CPU Last niedrig zu halten und Audio Aussetzer zu vermeiden.

BR Ramses
UFX+, 12Mic, XTC, ADI-2 Pro FS R BE, RayDAT, X10SRi-F, E5-1650v4, Win10Pro22H2, Cub12Pro